Sich gemeinsam in der Krisenzeit stärken

Wenn ich mich in meinem Freundeskreis umhöre oder online die Posts sehe, wandelt es sich langsam und wird offener von „uns geht es gut in der Krise“ hinzu einem Hinterfragen der Situation „Geht es uns gut- echt?“ bis zu ehrlichen Aussagen: „Ich kann nicht mehr.“

Für uns als Projektbüro geht es genau darüberhinaus. Durchhalten ist nicht die Parole, wir ermutigen euch vielmehr diese Krise als Chance zu nutzen, neue Wege zu gehen und die Beziehung zu dir, deiner Familie und deinen Kindern zu vertiefen und dennoch hinzuschauen. Denn: wann wurde uns schon mal so viel Zeit mit unseren Kindern geschenkt.

Und was stärkt in solchen Zeiten? Was brauchen wir Menschen wirklich- welche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen? Was braucht es, um in herausfordernden Situationen für sich sorgen zu können?

Damit beschäftigt sich seit den fünfziger Jahren die Resilienzforschung.

Übersetzt aus dem Englischen bedeutet der Begriff „Resilienz“ Spannkraft oder Elastizität. Im Lateinischen bedeutet „re- salitare“ zurückspringen. Auf uns Menschen bezogen heißt es, dass Menschen auch in stressigen Zeiten immer wieder aufstehen können. Und darüberhinaus einen Weg aus der Krise finden und somit gestärkt aus dieser herauskommen.

Forschungen haben gezeigt, dass manche Menschen es selbst aus widrigen Bedingungen heraus schaffen, ein erfülltes, glückliches und erfolgreiches Leben zu führen. Die Frage der Resilienzforschung war, was dazu geführt hat, dass diese Menschen sich positiv entwickelten. In den Forschungen wurden Resilienzfaktoren benannt, die helfen mit Herausforderungen umzugehen. Diese Faktoren korrelieren mit den zehn Life skills der WHO.

Was bedeutet dies in Bezug auf uns und unsere Kinder?

Wir als Eltern und Begleiter können unseren Kindern dabei aktiv helfen, ihnen diese Kompetenzen mit auf den Weg zu geben, vor allem indem wir sie vorleben und unterstützen.

Resilienzfaktoren sind einerseits soziale Faktoren, also ein liebevolles und wohlwollendes Umfeld, das wir direkt bieten können, indem wir Vorbilder sind. Und dann können wir durch unser Vorleben die personalen Faktoren der Kinder fördern. Personale Faktoren sind persönliche Fähigkeiten und Fertigkeiten. Entscheidende persönliche Resilienzfaktoren sind die folgenden. Erstens ist es die Wahrnehmung und innere Ordnung von Gefühlen. Unterstützend können Familien hier beispielsweise Emotionskarten (Karten, welche Gefühle visualisieren, beispielsweise lachendes Gesicht) nutzen. Neben der Wahrnehmung ist es auch dienlich, mit unseren Gefühlen konstruktiv umgehen zu können. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, unsere Kinder zu begleiten. Wir können die Wut in einen Boxsack kanalisieren, Gefühle malen, Entspannungsübungen machen und vieles mehr, was euch gemeinsam gut tut. Resilienzfördernd ist es auch, wenn Menschen, insbesondere unsere Kinder ihre Selbstwirksamkeit spüren und ihre Erfolge auf sich beziehen. Dabei unterstützen sind auch soziale Kompetenzen, welche momentan vorwiegend in der Familie erlernt werden. Also Kompetenzen, die im Zusammenleben mit anderen entwickelt werden. Beispielsweise ist es der Resilienz dienlich, Konflikte auf Augenhöhe zu lösen, die Bedürfnisse anderer erkennen und zu verbinden zu können.

Entscheidend ist zudem eine Problemlösefähigkeit. Hierzu brauchen Kinder eigene Betätigungs- und Verantwortungsfelder. Ebenso unterstützend ist die Bewältigung von stressigen Situationen. Dabei können wir unsere Kinder in Gesprächen unterstützen.

Zusammenfassend dient es uns allen, wenn wir in diesen Zeiten liebevoll und wohlwollend miteinander umgehen, uns gemeinsame förderliche Tätigkeiten oder eigene Betätigungsfelder und Auszeiten suchen. Habt Mut, in der Verbindung mit euren Kindern zu bleiben und diese Zeit für euch als Familie zu nutzen, um eure Kinder fit für die Zukunft zu machen.

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